Da wären wir also wieder, frisch gestärkt aus meiner Mittagspause. Kurz denke ich wehmütig an die Zeiten, in denen wir im hamburger Büro alle zusammen auf der sonnigen Dachterrasse Pause gemacht haben. Es ist ein kleiner Trost, dass wir es manchmal hinbekommen, remote im Designteam zusammen Pause zu machen.

Ding! Da ploppt ein neuer Chat von einer Kollegin auf und reißt mich aus meinen Erinnerungen: “Kannst du mal eben schnell das Feedback einarbeiten? Der Versand ist heute. Ist aber teilweise nur etwas hübsch machen.” Oh no. Es wurden die 3 Wörter “mal”, “eben” und “schnell” in einem Satz miteinander kombiniert. Nicht gut. Erfahrungsgemäß ist das eine schöne Umschreibung für: “Mach dich gefasst, es ist Feedback da und du solltest dich da jetzt direkt dransetzen.” Und obwohl ich vom Vormittag noch einige Sachen nicht geschafft habe, antworte ich selbstverständlich “Natürlich kann ich mal eben schnell… Und hübsch wird’s sowieso.”

Mein Blick wandert nach einiger Zeit zur Bildschirmuhr und ich stelle fest, dass ich in den vergangenen Stunden ordentlich was geschafft habe. Sehr gut. Das liebe ich an Nachmittagen ohne Meetings. Schnell noch STRG/command+S zum Speichern drücken und weiter geht es zum nächsten Projekt… Dachte ich zumindest. Photoshop hat ein Problem festgestellt und musste beendet werden. ”Neeeeiiiin! Warum?!“ Gestresst und cholerisch fluche ich weiter vor mich hin und bin froh, dass mich bei meinem Anfall gerade niemand hört. Naja, nützt ja nichts, beruhige ich mich und während ich die Datei erneut öffne, grummle ich leise vor mich hin “nur mal eben hübsch machen…”

Ich merke dann aber doch, dass auch ich nicht zaubern kann und die Zeit zu knapp wird. Also frage ich im Team nach, ob jemand mich unterstützen kann. Das Tolle ist, dass wir sehr agil aufgestellt sind und uns dadurch so gut wie immer gegenseitig unter die Arme greifen können. Und somit ist schnell jemand gefunden, der mir Arbeit abnehmen kann- einfach gut, sich auf seine Kolleg*innen verlassen zu können! Nachdem ich besagte Aufgabe nun endlich – ein zweites Mal – abgearbeitet habe, widme ich mich einer etwas entspannteren: Dem Bildertemplate basierten Aufsetzen in Tools, wie z.B. Emarsys. Das ist jetzt ein willkommener Ausgleich.

Manchmal arbeiten wir auch an internen Projekten, die für uns mittlerweile zu einer richtigen Herzensangelegenheit geworden sind, wie zum Beispiel die Gestaltung des netnomics-Adventskalenders. Zwar werden wir jedes Jahr von anderen Abteilungen ein bisschen belächelt, wenn wir im Juli sagen, dass wir damit starten, allerdings müssen bis spätestens Oktober die Druckdaten fertig sein. Ach ja, wer kennt es nicht, wenn man plötzlich im Hochsommer bei 28 Grad einen Ohrwurm von Jingle Bells bekommt?

Aber ich schweife ab, wo war ich? Ich überfliege das Briefing eines Kunden und schaue mir das Material an. Leider wurde nur ein Screenshot und nicht die Arbeitsdatei hinterlegt und ich darf mich auf die Suche nach dem gewünschten Motiv begeben. Mir kommt das nämlich irgendwie bekannt vor… Ich frage in meinem Team, ob jemand weiß, ob wir das Motiv schon mal verwendet haben und wo ich es dann finden könnt. Und ich erhalte genau die Antwort, mit der ich gerechnet hatte: “Ja, kenn ich, lass mich kurz gucken” “oh, da liegt es doch nicht, da muss ich weiter schauen, aber es muss hier irgendwo sein.” Ach ja, Ordnung ist das halbe Leben, oder wie war das? Ich lieb’ mein Team trotzdem.

In 80% der Fälle werden wir dann auch fündig und so habe ich auch heute das Glück und kann schon in die alten Photoshopdateien reinarbeiten ohne bei Null anfangen zu müssen. Aber sind wir mal ehrlich, man muss dann meistens doch alles irgendwie neu machen: Das Bild hat andere Maße, dann passt der Bildausschnitt nicht mehr, der Text liegt dann auf dem Gesicht, der Hintergrund ist zu unruhig, Störer muss aber auch noch drauf, und sowieso passt die Flächenfarbe jetzt nicht mehr. Aber die Schriftart, die kann bleiben!

Nachdem ich die wildesten Kundenanfragen, wie Brillen weg retuschieren oder Personen auf Bildern lächeln lassen, erhalten und ich die besten realisierbaren Kompromisse herbeigezaubert habe, geht auch so langsam meine Magie zu Neige. Müde schaue ich auf meine Uhr und sehe, es ist bereits 5 vor Feierabend! Am Ende eines Arbeitstages werfe ich immer noch mal einen Blick auf die Redaktionspläne meiner Kunden und Chats, ob ich auch nichts Dringendes für den Tag vergessen habe.

Vielleicht erging es jemandem aus meinem Team genauso wie mir und der Tagesplan, der aus dem Stand up heute morgen hervorging, wurde im Laufe des Tages verworfen und nun geht er oder sie in Arbeit unter? Also frage ich im Teamchat nach. Von allen kommt aber Entwarnung, also kann ich ruhigen Gewissens den Rechner herunterfahren. Puh, was für ein Tag!

Tja, vom Schreibtisch den langen Weg auf sich nehmen und auf die Couch fläzen? Klingt nach einem Plan! Doch ich habe echt mal wieder Lust, etwas nach Feierabend zu unternehmen! Da fällt mir auf, dass ich mein komplettes Team eigentlich schon ziemlich lange nicht mehr gesehen habe, man könnte ja mal wieder einen Teamabend machen. Der letzte war sehr schön, wir haben im Stadtpark ein Picknick gemacht. Kinder, Hunde und ehemalige Kolleg:innen waren dabei, jeder hat was zu Essen mitgebracht und wir haben stundenlang geschnackt und Wikingerschach gespielt. Gleich mal im Team-Whatsapp-Chat einen Doodle posten!

“Jingle bells, jingle bells…”, singe ich auf einmal los. Wo kommt das denn jetzt plötzlich her?


Autorin

Karina Faber

Ich bin seit September 2017 ein netnomi und mit Leib und Seele im CX-Design-Team. Ob Tagesgeschäft mit Templates und Animationen, Brainstormings zu neuen Briefings, oder in Meetings als tatkräftige grafische Beraterin – es gibt immer wieder neue Aufgaben, mit denen ich sehr gerne wachse und mit dem Ergebnis Kund*innen zufrieden das Projekt abschließen.

Ich konnte in der Schule eigentlich nichts wirklich gut, außer die Fächer Kunst und Musik – das war und ist mein Ding! Deshalb sammle ich so einige kreative Hobbies: Stricken, Malbücher ausmalen, Aquarellieren, Nähen, oder Singen. In der Natur bin ich aber auch gerne, liebe Tiere, und verbringe sonst auch das ein oder andere Wochenende in meiner Höhle und spiele auf meiner PS5 oder Switch Videospiele.

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